Thüringer Umweltpreis 2019

Thüringer Umweltpreis 2019

Unser Thüringer Umweltpreis würdigt den Einsatz für eine lebenswerte Umwelt und eine gesunde Natur

Heute schon an morgen denken – darum geht es, wenn wir für uns, unsere Kinder und Enkelkinder unsere Lebensgrundlagen erhalten wollen. Es ist wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen. Auf kommunaler Ebene, genauso wie in der Landes- und Bundespolitik. Denn der Klimawandel, der Verlust von Lebensräumen und der Rückgang der Artenvielfalt sind alarmierende Zeichen.

Ich freue mich deshalb sehr über alle Engagierten, über ihre Ideen für eine gesunde Umwelt. Wir brauchen Menschen, die auf neuen Wegen für saubere Mobilität, ökonomische Modernisierung, gutes Klima und mehr Natur mit gutem Beispiel vorangehen.

Es ist beeindruckend, wie viele Menschen in Thüringen sich bereits heute mit viel Herz für ihren Ort einsetzen. Genau dieses Engagement würdigt der Thüringer Umweltpreis. Eine Jury wird die zahlreichen Projekte beurteilen und am 28. August 2019 findet die Übergabe der Preise an die Gewinnerinnen und Gewinner statt. Darauf freue ich mich. Umweltschutz lebt vom Mitmachen. Senden Sie uns ihre Ideen für 2019.

Anja Siegesmund
Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz

Leitidee für den Thüringer Umweltpreis

Der Schutz und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen für heutige und künftige Generationen gewinnt immer mehr an Bedeutung für unsere Gesellschaft. Dazu ist eine die natürlichen Ressourcen schonende Lebens- und Wirtschaftsweise erforderlich. Um auf vorbildhafte und zur Nachahmung anregende Aktivitäten aufmerksam zu machen, die den Umweltschutzgedanken in Thüringen in herausragender Weise verfolgen, verleiht das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz den THÜRINGER UMWELTPREIS 2019.

TEILNAHMEBERECHTIGTE

Einzelpersonen oder Personengruppen, Unternehmen, Vereine und Verbände, Bürgerinitiativen, Kommunen (auch Ortsteile) und kommunale Partnerschaften können sich bewerben oder vorgeschlagen werden. Berücksichtigt werden ausschließlich Personen mit Wohnsitz in Thüringen sowie Organisationen/Institutionen und Unternehmen mit Sitz in Thüringen.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen und Einsatz im Umweltschutz, die im Kontext einer Nachhaltigen Entwicklung zu ökologischen Verbesserungen beitragen, sich z. B. auf Ressourcen- und Energieeffizienz, Klimaschutz oder Naturschutz beziehen. Das können auch künstlerische oder journalistische Arbeiten sein. Auch Beiträge im Sinne einer umweltschutzorientierten Unternehmens-/ Organisationskultur können prämiert werden. Die Beiträge sollen langfristig angelegt und innovativ sein. Sie sollten in der Weise konzipiert sein, dass Vernetzungs- und Kooperationseffekte erzielt werden. Die eingereichten Vorschläge sollen in ihrer praktischen Umsetzbarkeit überzeugen, zur Nachahmung anregen und den Gedanken des Umweltschutzes in die Gesellschaft tragen. Die Projekte müssen in Thüringen umgesetzt worden sein. Begonnene, jedoch noch nicht zu Ende geführte Maßnahmen müssen ihre erfolgreiche Umsetzung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erwarten lassen. In Ausnahmefällen (z. B. bei Projekten mit Kindern und Jugendlichen) kann die Jury ein Abweichen von den Kriterien beschließen.

DOTIERUNG

Der THÜRINGER UMWELTPREIS 2019 ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Die Summe kann auf mehrere Preisträgerinnen und Preisträger verteilt werden. Der Hauptpreis wird dabei mit mindestens 5.000 Euro dotiert. Ein Anspruch auf Ausschüttung besteht nicht.

BEWERBUNGSUNTERLAGEN

Es ist ein Formblatt einzureichen, das eine Kurzbeschreibung zum Bewerber sowie zum Wettbewerbsbeitrag beinhaltet.

Den Bewerbungsbogen erhalten Sie hier: Bewerbungsbogen

Hinweise zum Bewerbungsformular:

In das Bewerbungsformular kann in den blau hinterlegten Feldern Text eingefügt werden. Um Datenverluste zu vermeiden, laden Sie bitte vor Einfügen des Textes das Formular auf Ihren Rechner herunter. Öffnen Sie das Formular dann bitte aus einem Ordner Ihres Rechners heraus und speichern es unter einem eigenem Namen. Nur dann ist gewährleistet, dass Text in den Feldern erhalten bleibt. Weitere aussagekräftige Unterlagen, z.B. eine ausführliche Projektbeschreibung, Berichterstattung in den Medien und Fotos, sollten beigefügt werden. Die eingereichten Bewerbungsunterlagen dienen der Jury als alleinige Entscheidungsgrundlage.

BEWERBUNGSFRIST

Bewerbungen und Vorschläge sind bis zum 31.05.2019 einzureichen beim:

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz
Beethovenstraße 3
99096 Erfurt

Stichwort: THÜRINGER UMWELTPREIS 2019
E-Mail:umweltpreis@tmuen.thueringen.de
Telefax: 0361 573911402

AUSWAHLVERFAHREN

Eine Jury wählt aus den eingegangenen Bewerbungen die Preisträger aus.

Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Institutionen aus Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft.

PREISVERLEIHUNG

Die Verleihung des THÜRINGER UMWELTPREISES 2019 wird in einer Feierstunde am 28.8. 2019 im Klimapavillon des Thüringer Umweltministeriums in Jena durch die Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz vorgenommen.

SONSTIGES

Werden die ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge durch die Preisträgerinnen und Preisträger für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt, ist darauf hinzuweisen, dass sie mit dem THÜRINGER UMWELTPREIS 2019 prämiert wurden. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz behält sich vor, im Rahmen seiner eigenen Öffentlichkeitsarbeit über die prämierten Beiträge zu berichten. Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Vorschlag/der Bewerbung werden nicht erstattet. Für beschädigte oder abhanden gekommene Bewerbungsunterlagen wird keine Haftung übernommen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der THÜRINGER UMWELTPREIS 2019 und die verliehene Urkunde können zurückgefordert werden, wenn nachträglich Tatsachen bekannt werden, die mit den Kriterien des THÜRINGER UMWELTPREISES 2019 unvereinbar sind.

Preisträger des
Thüringer Umweltpreises 2017

1. Preis

Evangelische Regionalgemeinde Kindelbrück

Ganzheitliches Konzept für Klima- und Umweltschutz



Die evangelische Regionalgemeinde Kindelbrück engagiert sich seit Ende der 1990er Jahre vorbildhaft für die CO2-Neutralität der Gemeinde und für die Umweltbildung. Es wurden tragfähige Konzepte für die Nutzung erneuerbarer Energien in den Kirchen und Gemeindegebäuden entwickelt. Die Projekte entsprechen dem Ansatz „global denken - regional und lokal handeln“. Leitender Gedanke ist die Umsetzung der christlichen Verpflichtung, die Schöpfung zu bewahren.

Die Regionalgemeinde Kindelbrück besteht aus den Orten Etzleben, Gorsleben, Hemleben, Sachsenburg, Kannawurf, Kindelbrück, Riethgen, Frömmstedt, Bilzingsleben, Oberbösa. Langfristig soll in der Gemeinde nur so viel Energie verbraucht werden, wie auch produziert wird. Das Ziel ist eine CO2-neutrale Regionalgemeinde.

Erneuerbare Energie wird im Kirchgemeindeverbund in erheblichen Größenordnungen selber produziert. Auf Kirchen bzw. kirchlichen Gebäuden sind bereits vier Photovoltaikanlagen installiert. Weitere sollen hinzukommen. Auch zur nachhaltigen Mobilität werden Konzepte für die Gemeinde entwickelt. Eine Tankstelle für E-Bikes mit Photovoltaiknutzung wurde 2016 bereits an der Fahrradkirche in Frömmstedt eingerichtet.

Bei Sanierungen und Investitionen in den zahlreichen Kirchengebäude kommen langlebige, energieeffiziente Technologien zum Einsatz. Im Altbau- und Denkmalbestand werden ausschließlich energiesparende und nachhaltige Baustoffe verwendet. Für einen schonenden Umgang mit der Ressource Wasser sind auf sechs Friedhöfen Regenwasserzisternen installiert worden.

Die Regionalgemeinde beteiligt sich zudem am Projekt "Lebendige Kirchtürme“, bei dem in Kirchtürmen Brutlebensräume für bedrohter Tiere wie Schleiereule, Turmfalke, Dohle und Fledermäuse gesichert oder neu angelegt werden. Die Gemeinde betreibt begleitend Bildungsarbeit zu umweltrelevanten Themen, wie z. B. ökologische Freiflächenbewirtschaftung und die jährliche Pflanzung eines „Baum des Jahres“.

2. Preis

Weimarer Wohnstätte GmbH

Nistplätze für brütende Vögel an Gebäuden



Die Weimarer Wohnstätte GmbH ist ein Musterbeispiel für gelebten Artenschutz in der Stadt. An ihrem Bestand von Mehrfamilienhäusern wurden seit 1998 ca. 900 Vogelnistplätze angelegt. Die Weimarer Wohnstätte GmbH beteiligte sich dabei an einem Projekt der Arbeitsgruppe Gebäudebrüterschutz, des Tierschutzvereins Weimar e. V. und des NABU Weimar/Apolda e. V.

Die Innovation dieses Projekts liegt darin, reguläre bauliche Sanierungen an vorhandenen Gebäuden der städtischen Infrastruktur im großen Stil für Artenschutzprojekte zu nutzen. Durch die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Gebäudebrüterschutz, konnte auf großer Fläche neuer Lebensraum für Mauersegler, Schwalben, Spatzen, Turmfalken, Rotschwänzchen und Fledermäuse geschaffen werden. Seit 1998 wurden in Weimar insgesamt mehr als 500 Häuser mit zusätzlichen Brutplätzen versehen.

Die Weimarer Wohnstätte GmbH hat sich bei diesem Projekt herausragend engagiert und an 126 Häusern fast 900 Nistplätze für Mauersegler, Sperlinge und Nischenbrüter geschaffen. Auch Schulen und Gebäude in Plattenbauweise wurden für den Artenschutz hergerichtet. Die Kosten für die Nistkästen und den Einbau hat die Weimarer Wohnstätte GmbH selbst übernommen.

Die Unterstützung der Weimarer Wohnstätte GmbH für dieses Projekt ist Anregung zur Nachahmung für andere Hauseigentümer, sich an Initiativen für den Artenschutz zu beteiligen. Als Best-Practice-Beispiel soll es weiteren Artenhilfsmaßnahmen an bestehenden Objekten verschiedenster Eigentümer in urbanen Räumen den Weg ebnen.



Save Nature Group

Aufbau eines Netzwerkes für den Erhalt und die Sicherung von Naturräumen



Die Save Nature Group ist ein Netzwerk von ca. 50 freiwilligen Helfern, die sich gemeinsam für den Erhalt von Naturräumen, insbesondere Streuobstwiesen, einsetzen. Die Entwicklung dieser Initiative ist ein gutes Beispiel für breites bürgerliches Engagement für den Natur- und Umweltschutz. Die Grundidee ist eine Verbindung von Naturschutz mit wirtschaftlichem Handeln, unterstützt durch ein breites Netzwerk von örtlichen Partnern und Akteuren.

Ziel der Initiative war von Beginn an, den Natur- und Umweltschutzgedanken mit Anbau und Verkauf regionaler Produkte zu verbinden. Mit den finanziellen Einnahmen sollen Erhaltung, Pflege, und Neuanlage von Naturschutzflächen mit möglichst hohem Eigenanteil finanziert werden. Das Netzwerk arbeitet mit zahlreichen örtlichen Partnern zusammen. Regionalität, Gemeinnützigkeit, Transparenz und Wirtschaftlichkeit sind Leitlinien des Projekts.

Die Save Nature Group begann 2016 verschiedene Eisenacher Streuobstflächen zur Herstellung von Apfelsaft zu beernten. Die Initiative produzierte dabei ca. 10.000 Liter Saft, die vermarktet wurden. Das Konzept soll auf andere sich bisher selbst überlassene Streuobstflächen Thüringens ausgeweitet werden. Der Erlös aus dem Verkauf des Saftes wird nachfolgend in Pflegemaßnahmen dieser Streuobstwiesen oder in andere Umweltschutzprojekte, wie z. B. einen Naturlehrpfad in Leutenberg, investiert.

Die Save Nature Group wirbt u. a. auf Märkten und Veranstaltungen für die Idee des Projektes. In Bildungsveranstaltungen an Schulen wird für den Wert heimischer Streuobstwiesen und regionaler Lebensmittel sensibilisiert. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Erhaltung und Nutzung alter Streuobstbestände zu schaffen und eine Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Erzeugnissen aus der Region mit kurzen Transportwegen zu generieren. Der Schutz von natürlichen Lebensräumen und ein gesteigerter Erholungswert sind Synergien dieses nachhaltigen wirtschaftlichen Handelns. Ein aktuelles Projekt ist eine ca. 6 Hektar große Streuobstwiese an der Hofferbertaue bei Eisenach mit ca. 400 Bäumen. Darunter sind viele alte Obstsorten.

Bei Fragen zum THÜRINGER UMWELTPREIS 2019 und zum Bewerbungsverfahren wenden Sie sich bitte an:

Claudia Donath
Telefon: 0361/57 39 11412
Telefax: 0361/57 39 11402
E-Mail: umweltpreis@tmuen.thueringen.de

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz
Beethovenstraße 3
99096 Erfurt


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